Domainnamen finden und Webhoster auswaehlen

Domainnamen finden und Webhoster auswählen

4. September 2026

Ein Domainname ist eine der wenigen Entscheidungen beim Aufbau einer Website, die sich später kaum noch korrigieren lässt. Die ursprüngliche Fassung dieses Beitrags aus dem Jahr 2006 stellte dafür eine Checkliste auf. Sie ist überraschend gut gealtert – bis auf einen Punkt.

 

Die Checkliste von damals

Fünf Kriterien nannte der Beitrag für die Auswahl eines Domainnamens.

 

1. Nicht zu lang

„Bei .de-Domains sind zwar bis zu 63 Zeichen zulässig, jedoch sind maximal ca. 25 Zeichen sinnvoll.“ Begründung: Lange Namen kann man sich nicht gut merken, was für die Mund-zu-Mund-Verbreitung wichtig ist.

 

Gilt unverändert – mit einem zusätzlichen Grund, den es 2006 nicht gab: Auf einem Telefon muss der Name eingetippt werden, und jedes Zeichen mehr ist eine Fehlerquelle.

 

2. Gut aussprechbar

Der Beitrag begründete das mit der mündlichen Weitergabe. Seitdem ist ein Anwendungsfall hinzugekommen, der das Kriterium verschärft: Sprachassistenten. Ein Name, den man buchstabieren muss, funktioniert dort nicht.

 

3. Keine deutsch-englischen Mischungen

Sie hören sich meist nicht gut an und machen keinen professionellen Eindruck, so die Begründung. Das ist im Kern eine Geschmacksfrage geblieben – der praktische Kern trägt aber: Bei einer Mischung ist selten klar, wie sie geschrieben wird.

 

4. Keine Bindestriche

„Es ist immer lästig, beim Aufsagen der Domain zwischendurch ‚Minus‘ oder gar ‚Bindestrich‘ sagen zu müssen.“ Das ist unverändert richtig.

 

Damals gab es allerdings noch ein zweites, technisches Argument dafür – und das ist entfallen. Suchmaschinen bewerteten Schlüsselwörter in der Domain, und Bindestriche halfen dabei, sie zu trennen. Deshalb waren Namen wie guenstige-schuhe-online-kaufen.de verbreitet.

 

5. Schlagwörter zum Thema enthalten

Hier liegt der eine Punkt der Liste, der heute nicht mehr gilt. Der Beitrag schrieb: „die Domain ist eines der wichtigen Promotionmittel. Gut ist es, wenn der Domainname Schlagwörter enthält, die zum Thema der Seite passen.“

 

Das stimmte damals. Eine sogenannte Keyword-Domain rankte für ihren Begriff spürbar besser – ein Effekt, den Google 2012 mit einem eigenen Update gezielt entfernt hat, weil er zu massenhaft registrierten, inhaltsschwachen Domains geführt hatte.

 

Heute gilt eher das Gegenteil: Eine reine Schlagwortdomain wirkt austauschbar, lässt sich nicht als Marke schützen und legt das Geschäft auf einen Begriff fest. Wer sein Angebot erweitert, sitzt auf einem Namen, der nicht mehr passt.

 

An die Stelle dieses Kriteriums ist ein anderes getreten: Markenfähigkeit. Ein Name sollte eigenständig sein, sich rechtlich schützen lassen und mit dem Angebot mitwachsen können.

 

Was in der Liste fehlte

Drei Punkte, die 2006 keine Rolle spielten und heute vor der Registrierung stehen:

 

  • Markenrecherche. Eine freie Domain sagt nichts darüber, ob der Name markenrechtlich frei ist. Ein Blick ins Register des Deutschen Patent- und Markenamts und in das der EU-Behörde EUIPO kostet nichts und verhindert eine Abmahnung, die teuer wird.
  • Die Vorgeschichte der Domain. Viele Namen waren schon einmal registriert. War die Domain vorher für Spam oder fragwürdige Inhalte in Gebrauch, bringt sie eine Vorbelastung mit. Ein Blick ins Internet Archive zeigt in einer Minute, was dort früher stand.
  • Verfügbarkeit über die Domain hinaus. Der gleiche Name sollte auch als Nutzerkonto in den relevanten Netzwerken frei sein – sonst tritt die Marke unter verschiedenen Schreibweisen auf.

 

Die Frage nach dem Hoster

Beim zweiten Teil ist der Beitrag am deutlichsten gealtert – was ihn zu einem guten Zeitdokument macht.

 

„Falls dir 50 bis 100 MB Webspace reichen und du kein PHP, MySQL und anderen Schnick-Schnack brauchst, dann wirst du bestimmt mit 1 bis 2 Euro pro Monat auskommen.“ Der Speicherplatz eines heutigen Einstiegspakets liegt drei Größenordnungen darüber, und PHP mit Datenbank ist keine Zusatzoption mehr, sondern die Voraussetzung für jedes Redaktionssystem.

 

Der Beitrag empfahl namentlich einen Anbieter und verwies auf ein Vergleichsportal. Beide Empfehlungen sind heute nicht mehr aktuell – der Preis, der damals das Hauptkriterium war, ist bei allen ernstzunehmenden Anbietern ohnehin ähnlich.

 

Die Kriterien, auf die es heute ankommt, standen 2006 in keiner Liste:

 

  • Standort des Servers und Auftragsverarbeitung. Seit der DSGVO ist das keine technische, sondern eine rechtliche Frage. Ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung muss vorliegen, der Serverstandort sollte innerhalb der EU liegen.
  • Aktuelle PHP-Versionen. Ein Anbieter, der nur veraltete Versionen anbietet, wird in ein bis zwei Jahren zum Problem – Sicherheitslücken werden für alte Versionen nicht mehr geschlossen.
  • Zertifikate ohne Aufpreis. Verschlüsselung ist heute Standard und sollte nichts extra kosten.
  • Backups mit nachvollziehbarem Turnus. Und die Möglichkeit, selbst einen Stand wiederherzustellen, ohne den Support einschalten zu müssen.
  • Erreichbarkeit im Störungsfall. Der Punkt, an dem sich Anbieter tatsächlich unterscheiden – und der sich vor dem Vertragsabschluss am schlechtesten prüfen lässt.

 

Ein Rat, den es damals nicht brauchte

Domain und Hosting sollten getrennt beauftragt werden, oder zumindest so, dass sich die Domain jederzeit einzeln umziehen lässt. Wer beides in einem Paket hat, ist beim Anbieterwechsel auf dessen Mitwirkung angewiesen. Das ist der häufigste Grund, warum ein Umzug länger dauert als nötig.

 

Fazit

Vier der fünf Kriterien von 2006 gelten unverändert: kurz, aussprechbar, keine Sprachmischung, keine Bindestriche. Der fünfte – Schlagwörter in der Domain – hat sich ins Gegenteil verkehrt, weil der Vorteil, der ihn begründete, gezielt abgeschafft wurde.

 

Beim Hosting hat sich die Frage vollständig verschoben. Nicht mehr, wie viel Speicherplatz man für zwei Euro bekommt, sondern ob der Anbieter aktuelle Technik, saubere Verträge und funktionierende Backups liefert.

 

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